TeamLab Planets und Hamarikyu-Park
Der Jetlag steckte uns weiterhin in den Knochen – obwohl wir früh im Bett gelegen hatten, schliefen wir bis 12:30 Uhr. Das brachte den Tagesplan etwas durcheinander, aber dafür waren wir wenigstens ausgeschlafen. :D Zum „Frühstück” verirrten wir uns aus Versehen in ein teures Café, in dem sich scheinbar sonst nur Businessleute zum Mittag oder für Termine trafen. Aus Höflichkeit wollten wir aber nicht gleich wieder gehen. Der Kaffee war teuer, aber gut, dazu gab es ein Sandwich mit Ei. Das japanische Eiersalat-Sandwich (Tamago Sando) besteht aus sehr weichem Weißbrot ohne Rinde und cremigem Eiersalat. Diesen Snack findet man fast überall, und er eignet sich perfekt als Frühstück.
Für den Nachmittag hatten wir Tickets für die Kunstinstallation TeamLab Planets gebucht, ein Erlebnis mit verschiedenen immersiven Installationen. Beim Ticketkauf wird man vorgewarnt, dass man teilweise durch knietiefes Wasser und über Spiegelflächen läuft und man deswegen auf die passende Kleidung achten sollte. Die Installation ähnelte einer, die wir vor drei Jahren bereits in Singapur besucht hatten, nur eben mit Wasser. Es war ein interessantes Erlebnis, allerdings ein wenig überlaufen.
Im Anschluss ging es weiter in den Hamarikyu-Park, eine Anlage aus der Edo-Zeit, wo früher ein Shogun-Palast stand. Normalerweise schließt der Park um 17 Uhr, aber wegen des Herbst- beziehungsweise Mondfests blieb er bis 21 Uhr geöffnet. Es gab verschiedene Lichtinstallationen und beleuchtete Wege und Bäume. Eingerahmt von Hochhäusern wirkte die nächtliche Kulisse aus historischen Gebäuden ziemlich beeindruckend, untermalt von einem kleinen Theaterstück mit klassischer japanischer Musik. Auf dem Rückweg entdeckten wir zufällig eine Aussichtsplattform in einem der Hochhäuser und fuhren mit einem superschnellen Aufzug in den 46. Stock, von wo aus wir einen ersten Eindruck der gewaltigen Dimensionen dieser Stadt bekamen. Tokio galt lange als die größte Stadt der Welt. Mittlerweile liegt sie aber hinter Jakarta (41,9 Millionen Einwohner) und Dhaka (36,6 Millionen Einwohner) auf Platz drei (33,4 Millionen Einwohner).
Mittlerweile war es 21 Uhr, und wir hatten noch nichts gegessen – vegetarische Optionen sind in Japan gar nicht so einfach zu finden, zumal wir im teuersten Einkaufsviertel der Stadt gelandet waren. Nach langer Suche, die aufgrund des Hungers schon fast im Streit endete, fanden wir schließlich ein kleines Ramen-Restaurant in der Nähe unserer Unterkunft. Die Bestellung erfolgt über einen Automaten am Eingang – solche Automaten sind typisch in Japan: Man wählt aus, was man haben möchte (meist gibt es Bilder von den einzelnen Gerichten), bezahlt direkt und bekommt eine Quittung, die man im Restaurant der Bedienung gibt. Wir haben dabei wohl sehr hilflos ausgesehen, denn freundlicherweise half uns ein japanisches Pärchen, die Bestellung am Automaten zu übersetzen.
Ramen gilt in Japan als Fastfood, die Restaurants sind oft klein und haben wenige Plätze – sie sind also nicht darauf ausgelegt, dass man lange sitzt. Da man bereits bezahlt hat, kann man einfach gehen, sobald man fertig ist. Trinkgeld geben ist in Japan zudem nicht üblich und führt eher zur Verwirrung, da guter Service als selbstverständlich gilt und bereits im Preis enthalten ist.
Leider war meine Auswahl anhand der Bilder am Automaten ein Fehlgriff, denn meine Suppe kam mit einem Topping aus Hackfleisch. Ich hatte aber so großen Hunger, und wir hatten einfach nichts anderes mit vegetarischer Option gefunden. Also versuchte ich, alles Hackfleisch aus der Suppe zu fischen, und gab es Chris. Ich weiß, dass auch die Brühe auf Fleischbasis war, aber in dem Moment musste ich eben eine Ausnahme machen.
Danach fielen wir hundemüde ins Bett – dieses Mal mit gestelltem Wecker.